Landjugend Egling - Heinrichshofen

Chronik



Der heute noch bestehenden Katholischen Landjugend-Bewegung (KLJB) geht der 1925 gegründete Burschenverein voraus. Pfarrer Leonhard Neureiter war der Initiator und Präses des Vereins.
 
Am Gründungstag traten 33 Burschen und 39 Männer als Ehrenmitglieder bei. Zum 1. Vorstand wurde Sebastian Siebenhütter gewählt. Gleich im ersten Jahr fanden mehrere Versammlungen statt und das Theaterstück „Im Hungerjahr“ von Peter Dörfler wurde aufgeführt. Das Stück wurde dreimal aufgeführt und war ein sehr großer Erfolg. Im Übrigen sollten alle folgenden Theaterstücke, die sämtlich von erstaunlich hohem kulturellen Niveaus waren – vor allem Anbetracht der Mittel und Möglichkeiten, der damaligen Zeit – große gesellschaftliche Ereignisse in Egling und Umgebung werden. Die Theaterstücke, die meist an Weihnachten oder im Fasching gespielt wurden, wechselten sich, Erzählung nach, mit den Aufführungen des Gesangsvereins ab, die ebenfalls von hohem künstlerischem Niveau waren.
 
Am 15. Juli 1928 fand die feierliche Fahnenweihe der Burschenvereinsfahne unter Beteiligung von 33 auswärtigen Vereinen mit fünf Musikkapellen und drei Trommlertrupps statt – für die damalige Zeit ein Fest nie dagewesener Größe.
 
Das Jahr 1928 war auch in anderer Hinsicht sehr wichtig für den Verein, denn es brachte ihm das Burschenheim (Bilder zum Aufbau des Burschenheims 1928 Bilder zum Aufbau des Burschenheims - zur Verfügung gestellt von Dr. Pankraz Fried). Der Bauplatz von 70 Dezimal wurde dem Verein vom Kirchenbauern, Josef Sießmeier, zum geringen Preis von 15 Reichsmark pro Dezimal überlassen.
 
Bei Ausbruch des Krieges übernahm die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt das Burschenheim und richtete dort einen Kindergarten ein. Nach 1945 ging das Burschenheim zurück an seine Besitzer. Zunächst wurde es aber von Russen und Polen belegt, die die Einrichtung als Brennmaterial verwendeten und ziemlichen Sachschaden anrichteten. Im Mai 1945 genehmigte der Pfarrherr dem Josef Franz mit seiner Familie dort einzuziehen. Franz baute auf eigene Kosten Bühne und Nebenraum zu einer Wohnung um. Laut Mietvertrag wurde ihm diese Behausung auf zehn Jahre überlassen. Die Familie wohnte dort bis 1959. Dennoch wurde zur selben Zeit das Burschenheim (der Saal) als Treffpunkt für den Burschenverein und den Frauenbund benutzt. Als Patenverein zur Fahnenweihe des Burschenvereins Dünzelbach erklärte sich die KLJB im Juni 2004 bereit. Bereits 1952 war der Burschenverein Egling in Dünzelbach der Patenverein bei der Fahnenweihe.
 
 
Nachdem Pfarrer Neureiter 1946 in Ruhestand getreten und aus Egling fortgezogen war, endete auch die ausführliche Protokollführung des Vereins. Teile sind gänzlich verlorengegangen. Darum ist es heute auch nicht mehr möglich, genau festzustellen, wann sich der Burschenverein in die katholische Landjugend-Bewegung umwandelte. Auf jeden Fall richtet sich eine Rechnung der Diözese Augsburg 1958 bereits an den „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“. Das Programm der Theateraufführung „Der Herrgottswinkel“ wurde 1952 aber noch vom Burschenverein aufgeführt. Auch eine Mitgliederliste und einzelne Beschreibungen aus dem Jahre 1955 und 1956 lauten noch auf „Burschenverein“. Die Umwandlung hat demnach 1957 oder 1958 stattgefunden.
Etwa ab 1962 wurde die KLJB in die offizielle Nachfolgeorganisation des kath. Burschenvereins durch etwa 15 Jugendliche (männlich und weiblich) umformiert. Leider wurde kein Gründungsprotokoll gefertigt. Die Leiter der KLJB waren damals Leonhard Sedlmeier und Hermann Wiedmann. Erste Aktivitäten waren die Renovierung des Burschenheimes, die Teilnahme an Jugendleiterseminare und die jährlichen Theateraufführungen an Weihnachten im Burschenheim. Ab 1963 wurden auch die jüngeren Jugendlichen angesprochen. Eine Jungschar (Buben von 10 – 14 Jahren) und eine Frohschar (Mädchen 10 – 14 Jahren) wurden gegründet, für die man regelmäßige Gruppenstunden abhielt. Man bastelte, unternahm Wanderungen, Zeltlager, Fahrradtouren und Waldweihnachtsfeiern. Etwa ab 1970 wurden auch noch Tanzkurse, Spiel-ohne-Grenzen, Bibelabende und Jugendgottesdienste abgehalten. Man unternahm auch Skifahrten nach Südtirol, Bildersuchfahrten und führte das Maibaum-Aufstellen (zusammen mit der Feuerwehr) wieder ein. Nicht zuletzt legte die KLJB durch das Frankreichfahren (Jugendaustausch) den Grundstein zur Partnerschaft mit der Gemeinde Foussais-Payré.
 
1978 wurde das Burschenheim ein letztes Mal durch viel Fleiß und Eigenleistung der Mitglieder renoviert. Mittlerweile ist das Burschenheim abgerissen worden und besteht nicht mehr.
 
Unter dem damaligen Vorsitzenden Ferdinand Holzer versuchte die KLJB noch einmal das Burschenheim durch Sanierung zu retten oder an gleicher Stelle neu zu errichten. Dies scheiterte zum einen an der Finanzierung, zum anderen an den langwierigen Verhandlungen, da sich das Gebäude auf kirchlichen Grund befindet.
 
Im neuen Pfarrheim wurde ein kleiner Raum von den Jugendlichen mitbenutzt. Außerdem standen der KLJB einige Räume im Untergeschoß der Schule zur Verfügung. 2001 wurde damit begonnen die Räume umzubauen. Ende 2005 wurde der neue Jugendraum dann fertig. Er wird als Partyraum, Probenraum für die Jugo-Band, für Gruppenstunden und zum Kochen für die Helfer bei der Altpapiersammlung hergenommen.
 
Die Burschenvereinsfahne, die lange Jahre unbeachtet war, wurde 1994 restauriert und wird seitdem wieder in Ehren gehalten. Sie kommt bei Umzügen und Hochzeiten zum Einsatz.
 
Als Patenverein zur Fahnenweihe des Burschenvereins Dünzelbach erklärte sich die KLJB im Juni 2004 bereit. Bereits 1952 war der Burschenverein Egling in Dünzelbach der Patenverein bei der Fahnenweihe.
 
Im Sommer des Jahres 2000 feierte die Katholische Landjugendbewegung, ehemals Burschenverein, ihr 75-jähriges Jubiläum.